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Der Künstler

Selbstportrait | Aquarell auf Papier 38 x 28 cm, 2010

Geboren 1979 in Traben-Trarbach an der Mosel widmet sich der Maler Dimitrij Czepurnyi schwerpunktmäßig der Aquarellmalerei und steht in der Tradition des Realismus. Durch eine sehr nuancierte und vielschichtige Aquarelltechnik gelingen dem Künstler äußerst stimmungsvolle, atmosphärisch dichte Bilder; es entstehen Landschaften, Stadtansichten, Blumenbilder, Stillleben und Portraits.

Die Technik eines vielschichtigen Aquarellaufbaus kennt man in erster Linie von den alten Meistern europäischer Schule. Eine erste Blütezeit hatte sie Ende des 18. Jh., bzw. Anfang des 19. Jh., als Maler wie William Turner (1775 - 1851) oder John Sell Cotman (1782 - 1842) das Aquarell, das bis dato stets nur eine untergeordnete Stellung inne hatte, mit ihren grandiosen Werken als eigenständige Kunstform etablierten und adelten.
Nach dieser Hochphase wandten sich darauf folgende Künstlergenerationen jedoch immer weiter von dieser hochkomplexen Aquarellkunst ab. „Alla Prima“ hieß die neue bevorzugte Technik. In ihren Verlaufseffekten, dem Zufallsprinzip und ihrer Spontanität suchten die Maler der Moderne neue Ausdrucksformen.
In der heutigen Kunstszene haben wir das Glück beide Tendenzen vorzufinden.

Dimitrij Czepurnyi verbindet die Aquarelltechnik der alten Meister mit der Weltsicht eines modernen Menschen. Seine Bilder zeigen keine verklärten, idealisierten Sujets. Sie sind lebensnah und direkt. Ihre Schönheit rührt nicht von einem erdachten Idyll her, sondern ist das Ergebnis einer aufmerksamen Betrachtung der Wirklichkeit, der kleinen, leider zu oft übersehenen, Schönheiten des Alltags.

Eine besondere Stellung im Schaffen des Künstlers nehmen seine Hannover-Bilder ein, in denen die Stadt zumeist von ihrer stillen, poetischen Seite gezeigt wird. Dabei erlebt der Betrachter eine Symbiose von architektonischen Ensembles, Details und figurativen Elementen, eingetaucht in jahreszeitliche Stimmungen, sowie verschiedenste Licht- und Wetterverhältnisse.
Es geht dem Künstler aber nicht nur darum die bekannten und offensichtlich malerischen Motive der Stadt, wie das Neue Rathaus, die Herrenhäuser Gärten oder die Altstadt zu behandeln und ihnen neue Aspekte abzugewinnen. Ihn interessieren gleichermaßen die Orte, die man auf den ersten Blick nicht unbedingt als Sehenswürdigkeit betrachten würde. Die Stadtteile (wie z. B. Linden, List, die Südstadt oder Bemerode) gehören mit ihrem spezifischen Eigenleben und ihrer Unterschiedlichkeit sicherlich hier zu. Doch oftmals ist es auch nur ein Lichtstrahl, ein Wolkenspiel, ein kurzer Moment, der die Anzieheungskraft eines Bildes ausmacht.

Hannover ist eine der grünsten Städte Europas. Daher ist es nur folgerichtig, daß auch diese charakteristische Seite der Stadt in einer großen Zahl von Arbeiten bei Dimitrij Czepurnyi ihren Widerhall findet. Sämtliche Landschaften dieser Serie sind in den Parks und Gärten der Stadt, sowie im Stadtwald Eilenriede entstanden. Auch hier spielt der Maler mit verschiedenen Jahres- und Tageszeiten, Lichtverhältnissen und Wetterphänomenen. Betrachtet man seine Darstellungen beispielsweise der Eilenriede, des Tiergartens oder des Herrmann-Löns-Parks, so ist es kaum vorstellbar, daß diese Orte der Ruhe und der Einkehr mitten in einer Großstadt liegen.

Ein weiterer Teil der Hannover-Bilder beschäftigt sich mit dem historischen Stadtbild Anfang des 20. Jahrhunderts, also noch deutlich vor den gewaltigen Zerstörungen im Zuge des zweiten Weltkriegs, die bekanntlich über 90 % allein des Stadtkerns mitrissen.
Der Maler unternimmt hier als Mensch des 21. Jh. den Versuch das Hannover von vor 100 Jahren lebendig und unmittelbar darzustellen und lädt ein, ihn in eine scheinbar völlig andere Stadt zu begleiten. Lediglich einzelne, bis heute erhaltene, Bauwerke bieten auf dieser Reise Orientierungshilfe. Jedoch ist es vielleicht gerade auch dieser Punkt, der den Reiz dieser Arbeiten sowohl für den Betrachter, als auch für den Künstler selbst ausmacht.



© 2017 Dimitrij Czepurnyi - Aquarellmalerei